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Jusos im Unterbezirk Straubing

Fachgespräch Forschung auf der Burg Mitterfels

Kreisvorstand

v.l. Scharrer, Kreutz, Dr. Sommerfeld, Schuhbauer, Uekermann, Erwert, Pasta, Piller

SPD unterstützt ehrenamtliche Geschichtsforscher in der Region

Mitterfels: Im Nachgang des Kulturempfangs der SPD-Landtagsfraktion am 19. September in Bogen/Oberalteich lud die Landshuter Abgeordnete Ruth Müller am vergangenen Mittwoch zum „Fachgespräch Forschung“ ein. Im Burgzimmer des Heimatmuseums Mitterfels trafen sich Vertreter der regionalen Geschichtsforschung mit den Spitzen der SPD in Stadt und Landkreis, um sich über die aktuelle Situation der ehrenamtlichen Geschichtsforschung in der Region auszutauschen.

Die ehrenamtlichen Geschichtsforscher, vertreten durch die Autoren Heinrich Schuhbauer und Helmut Erwert aus Bogen, sowie Guido Scharrer aus Straubing und dem Vorsitzenden des Fördervereins Burg Neurandsberg e.V., Thomas Piller, setzten sich nach kurzem Rundgang durch das Mitterfelser Heimatmuseum mit dem Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Straubing, Heinz Uekermann, dem Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes, Martin Kreutz, und dem Vorsitzenden des SPD-Stadtverbandes, Dr. Olaf Sommerfeld, zusammen und diskutierten die aktuelle Situation der ehrenamtlichen Geschichtsforschung in der Region Straubing. Moderiert wurde das Treffen von Rainer Pasta, Büroleiter der Abgeordneten Ruth Müller, die sich derzeit auf einer Ausschussfahrt in den USA befindet. Helmut Erwert dankte der SPD, die sich dieses Themas annimmt!

Regionale Geschichtsforschung wird zu wenig wahrgenommen

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, wurde die Wertschätzung der ehrenamtlichen Geschichtsforschung in der Region beleuchtet. Autor Helmut Erwert beklagte, dass die Publikationen zur regionalen Geschichtsforschung über Jahre hinweg viel Arbeit machten, im Nachhinein aber wenig wahrgenommen würden. Vor allem die Kommunalpolitik würde, seiner Meinung nach, den Arbeiten zu wenig Beachtung schenken. Da die Autoren ihre wichtige Arbeit ehrenamtlich erbrächten und durch die geringen Verkaufszahlen der erstellten Publikationen sicher keinen finanziellen Gewinn erzielen könnten, wäre eine ideelle Würdigung das Mindeste, so Erwert weiter. Einhellig beklagten die Historiker, dass die Förderung ihrer Arbeit durch Kommunen und Sponsoren in den letzten Jahren stark zurückgegangen sei und hier andere Bereiche, vor allem der Sport, deutlich profitierten.

Vernetzung untereinander dringend nötig

In einer sehr offenen und konstruktiven Atmosphäre wurden erste Lösungsansätze erarbeitet. Vielfach sei das Interesse für rein geschichtliche Themen eher gering, aber in Bezug gesetzt zu den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Begebenheiten, könnten historische Themen viele Erklärungsansätze liefern, so Thomas Piller. Sie SPD biete hier gerne eine Bühne ohne auf die Inhalte Einfluss zu nehmen, versicherte Kreisvorsitzender Martin Kreutz. Nach Absprache der Themen könnten sogar kontroverse Diskussionen die verschiedenen Standpunkte zu einem Thema ausleuchten und für das Publikum interessant darstellen. Heinz Uekermann bot an, nach der Neuwahl des Kreistages, Vorträge und Besichtigungen im Rahmen der Bürgermeisterversammlungen oder im Rahmen des Kulturausschusses zu forcieren. Eine weitere Lösung sei die Einbringung regionaler Historie im Rahmen der Lehrerfortbildung, wusste Guido Scharrer zu berichten. Helmut Erwert wünschte sich von den Kommunalpolitikern, die Werke zur regionalen Geschichte anhand von Büchertischtischen und -Vitrine in den Rathäusern oder im Landratsamt einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Gleiches würde durch eine eigene Abteilung in der Stadtbibliothek Straubing erreicht werden, zeigte sich der Autor überzeugt. Eine größere Aktion ließe sich vielleicht in Zusammenarbeit mit den Gemeindebüchereien umsetzen, so das Ergebnis der Runde: Eine Wanderausstellung mit Lesungen zur regionalen Geschichte als Veranstaltungsreihe über mehrere Wochen und an mehreren Orten, was viel nachhaltiger sei, als ein Einzelvortrag. Hierzu müssten sich aber auch die Historiker untereinander besser vernetzen und gemeinsame Aktionen ins Auge fassen, forderte Rainer Pasta, der gerne bereit ist, über das Abgeordnetenbüro die Fördermöglichkeiten für regionale Forschung zu eruieren und die Landtagsbibliothek auf die entsprechenden Werke hinzuweisen. Dr. Olaf Sommerfeld, u.a. Leiter des Volkschors Straubing regte eine Vernetzung mit anderen Vereinen, die thematisch naheliegen, an.

Heimatgeschichte oder Regionalgeschichte? – Hobby oder Wissenschaft?

Ein weiterer Diskussionspunkt war die Errichtung eines zentralen Landkreisarchives. Es gebe in Straubing-Bogen keine Anlaufstelle für Vereine u.ä. zur Erstellung oder zur Archivierung eigener Chroniken usw.  Die Gemeindearchive würden sehr unterschiedlich betreut, besäßen oft keine Registratur und seien oft nur schwer zugänglich. Ein weiteres Thema des interessanten Gesprächs waren die unterschiedlichen Auffassungen zur „Heimatgeschichte“, die oft anhand von Anekdoten oder kleinen Erzählungen, die durch die Presse forciert würden, die Meinung der Bevölkerung in eine ganz falsche Richtung prägten. Die Frage ob die ehrenamtliche Geschichtsforschung nun Hobby oder Wissenschaft – oder vielleicht beides sei, konnte nicht abschließend geklärt werden. Auch der Nachholbedarf der Geschichtsschreiber in Sachen Marketing und Selbstvermarktung wurde thematisiert. Abschließend berichtete Thomas Piller, 3. Bürgermeister der Gemeinde Rattenberg und Vorsitzender des Fördervereins Burg Neurandsberg e.V., noch über seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit einzelner Fachbehörden bei der Sanierung der Burg Neurandsberg und wünschte sich Erarbeitung und Umsetzung eines Vermarktungskonzepts breite Unterstützung. Nur ein weiteres Museum unter vielen würde das Projekt nicht rechtfertigen.

Neue Wege gehen

Zusammengefasst konnte festgestellt werden, dass eine Vernetzung der Forscher und Historiker untereinander, die Nutzung von Synergieeffekte und gemeinsame Aktionen helfen würden, die Bekanntheit des Einzelnen und seiner Arbeit zu präsentieren. Neue Wege gelte es zu gehen, aber am besten unter einem Dach und mit sichtbarer Trägerschaft. Die Gründung einer Interessengemeinschaft sei wohl nötig. Die SPD unterstütze die Bestrebungen auf Kreistags- und Stadtrats-Ebene gerne, konnten Heinz Uekermann, Martin Kreutz und Dr. Olaf Sommerfeld versichern. „ Haben Sie keine Angst vor der SPD - wir wollen Sie ernsthaft unterstützen und nicht für unsere Zwecke benutzen“ versicherte Rainer Pasta im Namen von Ruth Müller den Anwesenden und dankte sich für die konstruktive Zusammenarbeit.

 

Bildunterschrift: Trafen sich zum Fachgespräch auf der Burg Mitterfels: (v.l.) Guido Scharrer, SPD- Kreisvorsitzender Martin Kreutz, Stadtverbandsvorsitzender Dr. Olaf Sommerfeld, Heinrich Schuhbauer, UB-Vorsitzender Heinz Uekermann, Helmut Erwert, Rainer Pasta und Thomas Piller

 

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