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Frauen, die die Welt veränderten

Arbeitsgemeinschaften

Autorenlesung beim Frauenfrühsück der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen
„Zwei Sozialdemokratinnen, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, waren vor 100 Jahren mutige Kämpferinnen um Gleichberechtigung, Frauenwahlrecht und um gleichen Lohn für gleiche Arbeit“, so die AsF-Vorsitzende Claudia Ebner. Der internationale Frauentag wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Dieses wichtige Datum nahm die Arbeitsgemeinschaft sozialdemoktratischer Frauen (AsF) zum Anlass ein Frauenfrühstück zu organisieren. Mit Dr. Michaela Karl begrüßten sie im Gasthaus „Zirblstub´n“ in Mitterfels eine Autorin, die in ihren Büchern mutige Frauen beschreibt. „Lebenswege rebellischer Frauen, die ihr Gewissen über das Gesetz stellten.“

Aus ihrem neuesten Buch „Streitbare Frauen“, das im September 2009 erschienen ist, stellte sie das Porträt dreier Fauen aus verschiedenen Jahrhunderten vor. „Eins aber haben sie alle gemeinsam“, so die Autorin, „sie waren geradlinig, charakterfest mit unbeugsamen Willen und mit ihren Idealismus verfolgten sie alle ein höheres Ziel.“ Der Wille zur Macht, der männliches Engagement zumeist auszeichnet, fehle ihnen gänzlich. Im Kampf für Frauen- und Menschenrechte, für Freiheit und Frieden setzten sie auch über gesellschaftlichen und politische Konventionen hinweg, wenn nötig sogar mit Gewalt. Dr. Micheala Karl beschrieb die Figuren schlüssig und zog die Zuhörerinnen nicht nur mit deren beeindruckenden Lebenswegen in ihren Bann, sondern auch mit der Art ihres Vortrags. Die eigene Symphatie für die Revolutionärinnen war unüberhörbar, es war als säßen dir Frauen selbst dort und erzählten ihre Lebensgeschichte.

„Politische Frauen waren zu allen Zeiten ein heikles Thema. Oppositionelle Frauen hatten und haben es dabei weitaus schwerer, als diejenigen, die im Gleichschritt mit der Macht maschieren“, so Michaela Karl. Trotzdem seien es gerade Rebellinnen, diejenigen die gegen den Strom schwammen, die noch heute faszinierten. Ihr unbedingter Einsatz für unpopuläre Themen wie Frauen- und Menschenrechte, Freiheit und Frieden veränderte die Welt und brachte zahlreiche Neuerungen mit sich, von denen nicht nur Frauen profitierten. Dabei galt politisches Engagement lange Zeit als unweiblich und nicht gesellschaftsfähig. Dass Frauen in der Öffentlichkeit als Rednerinnen auftraten wurde als höchst unschicklich empfunden.

Während man sich heute an Frauen in Öffentlichkeit und Politik gewöhnt habe, falle es noch immer schwer Frauen in Zusammenhang mit verübter Gewalt zu betrachten. „Frauen nicht nur als Opfer, sondern auch als Täterinnen zu sehen“, sagte die Autorin. Männer können Helden werden, auch wenn sie Gewalt anwenden, Frauen die zur Gewalt greifen, würden als Fanatikerinnen oder Verrückte gelten. „Radikale Frauen machen Angst, steht das weiblich doch für die friedlichen Mitteln in der Auseinandersetzung.“ Frauen sollten dulden oder sich zumindestens mit humanen Mitteln wehren, selbst gegen Inhumanität. Feldzüge für die Gerechtigkeit sollten ihre Sache nicht sein.

„Sicherlich können sie nicht für all ihre Aktionen Verständnis erwarten“, betonte die Rednerin, manches mache den Umgang mit diesen Frauen schwierig. Aber auch Frauen seien nicht unfehlbar. Es mag nicht jede Entscheidung akzeptabel sein, eine Gewissensentscheidung sei sie allemal. Es seien einfach nur beispielhafte Lebenswege, die zeigten, dass es zu jeder Zeit, überall auf der Welt schwierig war, als Frau politisch gegen den Strom zu schwimmen, dass es aber, zu jeder Zeit, überall auf der Welt, Frauen geben müsse, die genau dies tun.

 

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