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Jusos im Unterbezirk Straubing

SPD fordert Tagespflegeeinrichtung im Labertal

Kreisvorstand

(v.l.) H. Uekermann, R. Pasta, H. Janker, M. Kreutz, I. Ilgmeier, H. Schmiedeberg, F. Fuchs und R. Neiser

Fachgespräch zu den Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes

 

Geiselhöring. Während CSU und Freie Wähler noch die Messer für die am Abend stattfindende Podiumsdiskussion wetzten, befasste sich die KreisSPD bereits wieder mit den wichtigen Sachthemen: Die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes sowie das für das Labertal zwingend nötige Tages-und Nachpflegeangebot waren Themen beim Fachgespräch im Seniorenzentrum Geiselhöring. Weiter ging es auch um die Ausbildungssituation und das Image der Altenpflegeberufe sowie die aktuelle Lage der Kreiskrankenhäuser.

Bereits im Sommer letzten Jahres besuchte die KreisSPD das Seniorenheim Geiselhöring um in einem ersten Gespräch über den Bedarf und die Möglichkeit einer Tages-/bzw. Nachtpflege für Senioren zu erörtern. Eine zwischenzeitliche Anfrage der Landshuter Abgeordneten Ruth Müller an die Staatsregierung ergab, dass für das Vorhalten dieses Angebot alleine die Kommunen bzw. der Landkreis verantwortlich wären. Neue, isolierte Einrichtungen würden sich erst ab 15 Belegplätzen wirtschaftlich rechnen, so Heimleiter Ralf Neiser, der für den Raum Geiselhöring einen aktuellen Bedarf von ca. acht Plätzen sieht. „Damit rechnet sich eine Einrichtung ohne direkten Anschluss an das bestehende Seniorenzentrum auf keinen Fall“, so Neiser.

Einrichtung nur im direkten Anschluss an das bestehendes Seniorenzentrum sinnvoll

„Menschen, die sich daheim um die Pflege ihrer Angehörigen kümmern, müssen mehr unterstützt werden. Dabei geht es auch, aber nicht nur, um finanzielle Aspekte“, so Heinz Uekermann, der berichten konnte, dass durch das vom Bund jetzt beschlossene Pflegestärkungsgesetz die Leistungen spürbar ausgeweitet und die Zahl der Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht werden. „So werden mehr Möglichkeiten in der Kurzzeit,- Tages- und Nachtzeitpflege geschaffen - das bedeutet eine spürbare Entlastung für die Angehörigen“, so Helga Janker. In der Nachtpflege bestünde dringender Nachholbedarf, so Janker weiter. Insbesondere Menschen, die unter Demenz leiden, würden häufig nachts aufstehen. Das sei oftmals eine enorme seelische und körperliche Belastung für die Angehörigen.

Spürbare Entlastung für die Angehörigen

Im gemeinsamen Gespräch zeichnete sich ab, dass ein Anbau an das bestehende Seniorenheim mit gleichzeitiger Ertüchtigung des inzwischen 20 Jahre alten Gebäudes eine sinnvolle Option wäre. „Die Anforderungen an ein Seniorenzentrum sind heute anders als vor 20 Jahren“ bestätigte Ralf Neiser, der vor allem fehlende Therapieräume und zu wenig Rückzugsraum für die Bewohner aufführte. Auch die spezielle Abteilung für „rüstige Bewohner“ habe sich nicht bewährt und könne mit entsprechenden Umbauten für eine Tages-/Nachtpflegeabteilung bereitgestellt werden. Eine mittelfristige Ertüchtigung des Gebäudes sei mittelfristig nötig und könnte in diesem Zusammenhang vielleicht vorgezogen werden.

Wichtig, sinnvoll und für die Menschen ein großer Gewinn

Die Vertreter der SPD in Stadt und Landkreis schlossen sich diesem Ansatz an und werden im neu zu wählenden Kreistag und Stadtrat die Maßnahmen zur Einrichtung einer Tages-/Nachtpflegestation in Geiselhöring einfordern und mitbegleiten. Dass dies wichtig, sinnvoll und für die Menschen – den zu Pflegenden und deren Angehörige - ein großer Gewinn sei, konnte Bürgermeister Fritz Fuchs aus Konzell bestätigen, dessen Gemeinde ein entsprechendes Angebot vorhält.

Noch drei Ausbildungsplätze mit entsprechend guter Ausbildungsvergütung offen

Weiter waren die zusätzlichen Leistungen durch das Pflegestärkungsgesetzes sowie die Personalproblematik im Pflegebereich an sich ein Thema. Insbesondere das weiterhin schlechte Image der Pflegeberufe führte Ralf Neiser als Handicap für die Berufsausbildung an. Sein Haus biete zum 1.9.2015 noch drei Ausbildungsplätze mit entsprechend guter Ausbildungsvergütung für Absolventen mit Mittlerer Reife an. Solange das Berufsbild der Altenpflege aber weiterhin von negativen Schlagzeilen und unnötiger, weil sich überlagernder Kontrollwahn geprägt sein, würden die Bewerbungen sich weiter in Grenzen halten.

Qualität vor Wettbewerb

In Bezug auf die aktuelle Lage der Kreiskrankenhäuser, die vor allem durch die wohl unabwendbare Auflösung der einstmals regional führenden Geburtsstation in Bogen mehrmals in der Presse dargestellt wurde, stellte die KreisSPD die bisherige Linie in Frage und fordert ein Zurück zum Ansatz „Qualität vor Wettbewerb“. Hierzu wurde seitens der SPD aber auch bemängelt, dass über den Faktor Geld die Anzahl der Krankenhausbetten bundes- und landesweit heruntergefahren werden solle. „In dicht besiedelten Gebieten mit einer Unzahl von Krankenhäusern auf engstem Raum macht das ja vielleicht noch Sinn. Bei uns im ländlichen Raum, wo das nächste Krankenhaus 20 oder 30 Kilometer entfernt ist, führt das auf jeden Fall zur Unterversorgung und ist eine Katastrophe hat nichts mit den viel beschworenen gleichen Lebensbedingungen zu tun“, so Heinz Uekermann.

Bildunterschrift:
Diskutierten die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes und fordern eine Tagespflegeeinrichtung: (v.l.) Heinz Uekermann, Rainer Pasta, Helga Janker, Martin Kreutz Irene Ilgmeier, Helmut Schmeideberg, Fritz Fuchs und Ralf Neiser

 

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